Was ist IMCA-konformes kommerzielles Tauchen? Ein Leitfaden für Projektmanager
Bei der Beauftragung von Unterwasserarbeiten stehen Projektmanager vor einer häufigen Herausforderung: Wie beurteilt man die Kompetenz eines Tauchunternehmers, wenn man selbst kein Taucher ist? Zertifizierungen, Ausrüstungslisten und Sicherheitsaussagen lassen sich leicht auf einer Website veröffentlichen. Schwerer zu fälschen ist die echte Übereinstimmung mit einem international anerkannten Industriestandard.
IMCA — die International Marine Contractors Association – bietet genau diesen Standard durch das, was die Branche als IMCA-konforme Taucherei bezeichnet: einen strukturierten Rahmen für Kompetenz, Sicherheit und Betrieb. Für Projektmanager in den Bereichen Infrastruktur, Energie, Versorgungsunternehmen und Industrie ist das Verständnis, was IMCA-Konformität in der Praxis bedeutet, einer der zuverlässigsten Wege, um fähige von unterqualifizierten Auftragnehmern zu trennen.
Was ist IMCA?
Die International Marine Contractors Association ist der weltweite Branchenverband, der die Offshore-, Marine- und Unterwassertechnikindustrie vertritt. Die 1995 gegründete und in London ansässige IMCA entwickelt und pflegt technische Standards, Verhaltenskodizes und Leitliniendokumente, die die professionelle Praxis im kommerziellen Tauchen und im Marinecontracting weltweit definieren.
IMCA stellt keine Tauchscheine aus. Stattdessen legt sie den Rahmen fest – wie Taucheinsätze gemanagt werden sollten, wie Kompetenz beurteilt werden sollte, wie Vorfälle gemeldet werden sollten und wie Ausrüstung gewartet und inspiziert werden sollte.
Die Standards der IMCA werden von großen Betreibern in den Bereichen Öl und Gas, Offshore-Windenergie, zivile Infrastruktur und öffentliche Versorgungsunternehmen als Grundlage für die Qualifizierung von Auftragnehmern verwendet. In vielen Ausschreibungsverfahren sind die IMCA-Mitgliedschaft oder IMCA-konforme Verfahren eine ausdrückliche Anforderung.
Was bedeutet "IMCA-aligned" in der Praxis?
Wenn ein Tauchunternehmer seine Tätigkeiten als IMCA-konform beschreibt, bedeutet dies, dass seine Verfahren, Kompetenzrahmen für Personal und Sicherheitsmanagementsysteme den veröffentlichten Verhaltenskodizes der IMCA widerspiegeln – hauptsächlich dem IMCA D 014 Serie (Verhaltenskodex für Offshore-Taucher) und zugehörige Dokumente, die Taucharbeiten im Küstenbereich und im Binnenland abdecken.
Praktisch bedeutet dies:
Strukturierte Kompetenzbewertung: IMCA-akkreditierte Auftragnehmer nutzen den IMCA Diver Competence Framework, um die Fähigkeiten von Tauchern in definierten Phasen zu bewerten und zu dokumentieren – nicht nur bei der Erstzertifizierung, sondern fortlaufend während der gesamten Karriere eines Tauchers.
Dokumentierte Sicherheitsmanagementsysteme: Die Abläufe werden durch schriftliche Verfahren geregelt, die die Tauchgangsplanung im Vorfeld, die Risikoerkennung, die Notfallreaktion und die Meldung nach dem Tauchgang abdecken. Diese sind nicht ad hoc – sie folgen einer definierten Struktur, die geprüft werden kann.
Berichtskultur für Vorfälle: IMCA betreibt ein freiwilliges Sicherheitsprogramm (IMCA DROPS und das Diving Safety Incident Reporting System). Vertragspartner, die sich wirklich an IMCA orientieren, nehmen daran teil – sie tragen zu branchenweiten Sicherheitsdaten bei und lernen aus ihnen.
Ausrüstungsinspektions- und Wartungsaufzeichnungen Die IMCA-Richtlinien legen die Erwartungen für die Wartung, Inspektion und Zertifizierung von Tauchausrüstung fest. Ein entsprechend zertifizierter Auftragnehmer führt nachvollziehbare Aufzeichnungen über alle lebensrettenden Ausrüstungsgegenstände. Für tiefere oder komplexere Einsätze decken die IMCA-Richtlinien auch die Standards von Sättigungstauch-Auftragnehmern ab – sie definieren die zusätzlichen Kompetenz-, Ausrüstungs- und Glockensystemanforderungen, die gelten.
Aufsichtsstandards Jeder IMCA-konforme Taucheinsatz wird von einem kompetenten Tauchereinsatzleiter geleitet, dessen Rolle, Verantwortlichkeiten und Befugnisse klar definiert sind – nicht nur nominell zugewiesen.
Warum es für Projektmanager wichtig ist
Als Projektmanager sind Sie für die Auswahl von Auftragnehmern und die Koordination der Arbeitssicherheit auf der Baustelle verantwortlich. Die IMCA-Konformität bietet Ihnen eine strukturierte Grundlage, um vor Arbeitsbeginn zu beurteilen, ob die Systeme eines Tauchunternehmens zweckmäßig sind.
Hier hat es direkte Relevanz für Ihre Rolle:
Angebotsprüfung Wenn man Auftragnehmer vergleicht, ist die IMCA-Konformität ein aussagekräftiger Unterscheidungsfaktor. Sie zeigt, dass die internen Systeme eines Auftragnehmers nach einem externen Standard aufgebaut sind und nicht hausintern erfunden wurden.
Risikoverteilung: Wenn ein Vorfall eintritt und Sie einen Auftragnehmer ohne nachprüfbare Kompetenzrahmen beauftragt haben, erhöht sich Ihr Haftungsrisiko. Die Ausrichtung an IMCA ist Teil einer nachweisbaren Sorgfaltspflichtakte.
Schnittstelle mit Ihren eigenen Sicherheitssystemen: IMCA-konforme Auftragnehmer sind es gewohnt, im Rahmen der HSE-Managementsysteme des Kunden zu arbeiten – Einreichung von Arbeitsmethoden, Genehmigungsverfahren, Toolbox-Gespräche und Post-Job-Berichte. Dies reduziert Reibungsverluste vor Ort.
Grenzüberschreitende Projekte: IMCA-Standards werden international anerkannt. Wenn Ihr Projekt Beteiligte oder Auftraggeber aus mehreren Ländern umfasst, bieten IMCA-konforme Richtlinien einen gemeinsamen Bezugspunkt, der nationale regulatorische Unterschiede überwindet.
IMCA-Ausrichtung über Sektoren hinweg
IMCA-konforme kommerzielle Taucherei ist überall dort anwendbar, wo professionelle Unterwasserarbeiten ausgeführt werden – nicht nur in Offshore-Umgebungen. TUF International wendet IMCA-konforme Verfahren in allen Sektoren an:
- Industrie & Energie: Unterwasserinspektionen, Wartung von Kühlsystemen und Unterwassereinsätze an Industrie- und Energieanlagen Industrie & Energie Berufstaucherei – TUF International
- Bauingenieurwesen & Infrastruktur Strukturelle Inspektionen von Brücken, Fundamenten, Spundwänden und wasserseitigen Anlagen Tiefbau & Infrastruktur Tauchdienstleistungen — TUF International
- Chemische Anlagen: Taucharbeiten in gefährlichen und kontaminierten Umgebungen mit vollständigen HSE-Kontrollen und dokumentierten Notfallverfahren Tauchdienste für Chemieanlagen — TUF International
- Wasser- und Abwasserversorger: Inspektionsdienstleistungen für Behandlungsinfrastruktur, Lagerbestände und Verteilungssysteme Tauchdienste für Wasser- und Abwasserbetriebe – TUF International
- Häfen Unterwasserbau, Inspektion und Wartung an Hafenanlagen Tauchdienste für Port & Harbor Construction — TUF International
Was man einen Bauunternehmer bezüglich IMCA-Ausrichtung fragen sollte
Die IMCA-Zertifizierung ist keine binäre Auszeichnung – sie existiert auf einem Spektrum. Stellen Sie bei der Bewertung eines Auftragnehmers spezifische Fragen, anstatt eine allgemeine Aussage zu akzeptieren:
- Verwenden Sie den IMCA Diver Competence Framework zur Beurteilung Ihres Personals?
- Können Sie mir eine Kopie Ihres Tauchsicherheitsmanagementsystems zur Verfügung stellen?
- Nehmen Sie am Unfallmeldesystem der IMCA teil?
- Werden Ihre Tauchaufsichtspersonen anhand der IMCA-Kompetenzkriterien bewertet?
- Wie sind Ihre Aufzeichnungen über Inspektion und Wartung von Geräten strukturiert?
Ein Auftragnehmer mit echter IMCA-Ausrichtung wird diese Fragen mit Dokumentation, nicht nur mit Worten, beantworten.
Das Wichtigste
IMCA-Konformität ist kein Marketing-Label – sie ist eine strukturelle Verpflichtung zum Betrieb der kommerziellen Taucherei nach einem definierten internationalen Standard. Für Projektmanager, die verteidigungsfähige Entscheidungen bei der Auswahl von Auftragnehmern treffen müssen, bietet sie einen zuverlässigen Rahmen für die Bewertung, der über Preis und Verfügbarkeit hinausgeht.
TUF International agiert in allen Projekttypen und Sektoren in Übereinstimmung mit den IMCA Codes of Practice sowie mit geltenden nationalen Vorschriften, einschließlich der DGUV Vorschrift 40 in Deutschland.
Um Ihre Projektanforderungen zu besprechen, Kontaktieren Sie TUF International für ein unverbindliches Beratungsgespräch.




